03.05.2014 Grenzgang in Garbenteich mit der Jagdgenossenschaft und der Markwaldgesellschaft

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Markwälder eine der ältesten Eigentumsformen

GRENZGANG Weg zur Markwaldhütte in Garbenteich dank Fördermittel erneuert

GARBENTEICH - (jüs). Zu einem gemeinsamen Grenzgang um den Garbenteicher Markwald hatte am Samstagnachmittag die Jagdgenossenschaft Garbenteich und die Markwaldgesellschaft Garbenteich eingeladen. Der Einladung gefolgt waren neben den Mitgliedern und Ortsvorsteher Hartmut Lutz auch die drei Bürgermeisterkandidaten Udo Schöffmann (CDU), Dr. Andreas Viertelhausen (FW) und Karl-Rainer Philipp (SPD).

Im Anschluss an den gut einstündigen Rundgang auf dem nicht komplett begehbaren Grenzgang waren alle Teilnehmer rund um die Markwaldhütte zum gemütlichen Beisammensein mit Grillfeier eingeladen. Begrüßt wurden die Jagdgenossen, Märker und Gäste sowie insbesondere Revierförster Rainer Alberding von Jagdvorsteher Reiner Arnold und Markmeister Hans-Martin Sames. Unter den Teilnehmern befanden sich auch einige Außenmärker, zu denen die Familie Sacher aus Mainzlar gehörte. Tochter Ute Sacher hatte einst von ihrem Vater und Märker Oskar Schönfelder den Anteil übernommen.

Markmeister Hans-Martin Sames und Revierförster Rainer Alberding wiesen auf die Erneuerung des Feld- und Waldwegs zur Markwaldhütte hin. Diese erfolgte im Februar und März dieses Jahres. Die EU, der Bund und das Land Hessen bezuschussten die Maßnahme mit 70 Prozent der förderfähigen Kosten.

Markwälder sind eine der ältesten Eigentumsformen bäuerlichen Waldbesitzes. Dabei handelt es sich um eine Zweckgemeinschaft. Die erste Bepflanzung (Tannen und Birkensamen wurden ausgebracht) erfolgte im Markwald Garbenteich nach den Aufzeichnungen im Heimatbuch des verstorbenen Otto Stumpfs im Jahre 1818. Ende 1928 wurde die Anpflanzung abgeschlossen und der Wald musste sich erst entwickeln. Der 26,6 Hektar große Markwald in Garbenteich, der im Besitz von rund 60 Eigentümern steht, befindet sich auf der rechten Seite der Landesstraße 3131 von Garbenteich nach Lich, beginnend direkt hinter der Autobahnbrücke.

In Pohlheim gibt es nach Garbenteich noch Markwald und die dazugehörigen Gesellschaften in Grüningen und Holzheim, die wesentlich größer und ertragsreicher sind, als die in Garbenteich, hob Sames hervor. Der Markwald Garbenteich habe leider schlechte Standortbedingungen. Jeder der 60 Eigentümer hat einen ideellen Anteil am Markwald, der im Jahre 1990/1991 mit schweren Sturmschäden zu kämpfen hatte, denn ein Großteil des Waldes ist eher eine Anpflanzung. Größtenteils werden Arbeitseinsätze im Garbenteicher Markwald in Eigenleistung gefahren, Anpflanzungen nach dem Sturmtief waren missraten und mussten wiederholt werden, weil es zu trocken war, erklärte Sames, der im Jahre 1994 zum Markmeister gewählt wurde. Bis dahin war Heinrich Lotz sein Vorgänger. Mit Hans-Martin Sames gehören dem derzeitigen Vorstand der Markwaldgesellschaft Gerhard Görlach, Heinz-Ludwig Haas und Markrechner Horst Wallbott an. Letztgenannter ist gleichzeitig mit Sohn Benjamin Jagdpächter in Garbenteich.

Beförstert wird der Markwald in Garbenteich von Hessen-Forst in Wettenberg. Revierförster ist Rainer Alberding aus Hungen. Nach seinen Angaben beträgt der geplante beziehungsweise festgesetzte Einschlag rund 95 Festmeter pro Jahr. Davon sind ungefähr 60 Prozent Fichte und Douglasie, 30 Prozent Kiefer und Lärche und zehn Prozent Laubholz.

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